Gartenbewässerung mit Gardena

Der Frühling naht in großen Schritten und die Gartenbewässerung darf bald wieder an die Arbeit. Ich möchte hier kurz meine Erfahrungen mit dem Gardena System für die Beregnung des Rasens schildern. Letztes Jahr habe ich das System verbaut und die ein oder andere Erfahrung gemacht, auf die man verzichten kann.

 

Zunächst die Frage: Warum Gardena?

Es gibt wie immer einige Hersteller für das Thema Bewässerungssysteme. Von Kärcher über Bosch, bis hin zur Eigenmarke des Baumarkts seines Vertrauens. Sicherlich haben alle so ihre Vor- und Nachteile. Mir ging es allerdings um ein ganzheitliches und durchdachtes System. Da landet man zwangsläufig auch bei Gardena. Für mich haben die notwendigen Komponenten einfach super gepasst, da ich große Viereckregner haben wollte, also Rasensprenger die einen viereckigen Bereich bedienen können. Diese versenken sich sogar automatisch, so dass bspw. der Rasenmähroboter nicht hängen bleibt – sehr praktisch und durchdacht! Mit nur zwei von diesen Viereckregnern hatte ich schon 80% meiner Rasenfläche abgedeckt:

Dann gibt es jede Menge Verbindungsstücke und -möglichkeiten, die allesamt auch beim freundlichen Baumarkt um die Ecke zu bekommen sind. Preislich hatte ich kaum Unterschiede zu den Eigenmarken feststellen können:

Auch noch überzeugt haben mich das automatische Entwässerungsventil, die Wassersteckdose und das 24V Magnetventil zur Steuerung der Bewässerung mit Loxone oder anderen Smart Home Systemen:

Lediglich beim PE-Verlegerohr bin ich von Gardena abgewichen und habe ein anderes 25mm starkes Verlegerohr besorgt. Das passt aufgrund der Maße hervorragend zu den Gardena Verbindern. Hier finde ich Gardena mit dem doppelten Preis einfach unberechtigt teuer:

 

Wie fange ich jetzt mit der Planung an?

Wie immer benötigt man erst mal den eigenen Grundstücksplan bzw. Gartenplan. Dazu nimmt man entweder den Online-Planer von Gardena oder den Produktkatalog zur Hand (https://www.gardena.com/de/service/downloads/gardena-kataloge/). Mit dessen Hilfe muss man bei der Planung nun folgendes beachten:

  • Radius des Regners
  • Druck des Wasseranschlusses (messbar mit Stoppuhr und 10l Eimer)
  • Verbrauchswerte der Regner, daraus folgt dann die Anzahl der verschiedenen Leitungen
  • Benötigte Anschlussleitung (ich empfehle mindestens 3/4″)

Wenn man dann eine Kombination von möglichen Regnern, Wassersteckdosen usw. gefunden hat, kann man diese mal in den Plan einzeichnen. Mit Hilfe der Verbrauchswerte ergibt sich schnell, dass man besser 2-3 Leitungen parallel verlegen sollte. Ansonsten reicht der Wasserdruck nicht aus um die entsprechenden Wurfweiten hinzubekommen. Auch eventuelle Erweiterungen mit zusätzlichen Regnern, sollte man vorsehen, so dass der Druck des Wasseranschlusses und der Leitungen nicht vollkommen ausgereizt sind.

Auf dem Plan erkennt man also grob die Gebäude. Das Gartenhaus existiert noch nicht, sollte aber natürlich schon vorgesehen/vorgedacht werden, damit man die Regner auch nach Anlage von Wegen und Gebäuden, Hochbeeten und so weiter nutzen kann. In rosa sind alle Regner und Wassersteckdosen dargestellt. Die rosafarbenen Striche mit Zentimeter Angaben stellen die Wurfweiten dar, die notwendig sind. Ein Viereckregner ist nahezu an seiner Leistungsgrenze, was aber tatsächlich sehr gut funktioniert und vollkommen ausreichend bemessen ist. Überlappungen wie hinter der Garage sind nicht unüblich und muss man leider teilweise akzeptieren. Die Viereckregner ermöglichen allerdings gerade bei rechtwinkligen Gartenbereichen eine optimale Flächenausnutzung mit minimaler Überlappung.

 

Wie übertrage ich das jetzt in die Realität?

Von der Theorie in die Praxis – anstrengend und schweißtreibend, aber es lohnt sich!

Im Prinzip muss man erstmal viel messen, am besten mit einem langen Maßband und ein paar Holzlatten oder Eisenstangen, um die entsprechenden Punkte zum Graben zu markieren.

Zur Veranschaulichung bzw. zum Testen der Wurfweiten auf dem Grundstück selbst, habe ich mir eine Holzlatte genommen und eine Schnur mit einem Stein am Ende. Die Schnur habe ich auf die Länge der Wurfweite des Sprenklers abgeschnitten. Die Holzlatte kann man dann einfach an die Stelle einschlagen, von der aus man mal testen möchte. So findet man recht schnell die geeignete Stelle oder kann mit 2-3 dieser „Schnurzirkel“ die optimale Platzierung aller benötigten Sprenkler schnell herausfinden und die Regner-Radien austesten.

Dann kommt der schweißtreibendste Teil mit dem Spaten: Graben, graben, graben, … .

Die Wasserleitung habe ich ca. 30-40cm in die Tiefe versenkt. So bin ich mir sicher, dass ich die Leitung nicht ausversehen mal mit Änderungen im Garten erwische. Zunächst hört sich das nicht unbedingt tief an, aber während dem Graben kommt es einem „unendlich“ tief vor. 😉

 

Damit der Graben gerade wird, habe ich eine Schnur gespannt und daran entlang gearbeitet, bis ich eine gerade Linie erkennen konnte. Die Umsetzung könnte dann in etwa so aussehen:

 

 

Kann da auch was schiefgehen?

Leider muss ich das mit „ja“ beantworten. Grundsätzlich ist die Handhabung aller Komponenten wirklich einfach und gut verständlich. Die Werkzeuglose Verbindungstechnik „Quick&Easy“ funktioniert auch gut, WENN man es wirklich fest mit dem Rohr verbindet. Ich habe nicht beachtet, dass man tatsächlich zweimal einen Widerstand spürt bis das Rohr zu 100% im Verbindungsstück steckt. Danach um 90° drehen und es hält bombenfest. Leider führte das dazu, dass ein paar Verbindungen undicht waren – Also bitte beachten: Immer das Rohr sehr fest und so tief wie möglich in die Verbinder stecken, damit es auch wirklich dicht wird! Ansonsten darf man ein paar Stellen nochmal aufbuddeln und das sieht dann so aus:

 

 

 

Fazit

Nun aber endlich ein Bild von den zwei Viereckversenkregnern der Marke Gardena in Aktion. Die beiden Regner arbeiten, wie oben beschrieben, um 90° gedreht voneinander und beregnen die gewünschte Fläche perfekt bis in die Ecken.

Zuletzt noch ein Bild vom Herbst letzten Jahres, das den saftig grünen Rasen zeigt und die „unsichtbaren“ Versenkregner. 😉

 

Ausblick zur Gartenbewässerung 2.0

Die 24V Ventile baue ich dann in das noch nicht vorhandene Gartenhäuschen ein und nutze dafür Loxone als Steuerungszentrale. Die Config und mehr Details zum Anschluss werde ich dann in einem weiteren Beitrag näher erläutern. Geplant ist das für diesen Sommer. 🙂

 

Nun viel Spaß bei der eigenen Planung und Umsetzung der Gartenbewässerung! – Wie immer könnt ihr gerne im Kommentarbereich Fragen stellen, die ich gerne beantworte.

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